Real Estate Private Equity (REPE) im Spannungsfeld von Entwickler, Kreditinstitut und Private Equity-Gesellschaft

Real Estate Private Equity (REPE) im Spannungsfeld von Entwickler, Kreditinstitut und Private Equity-Gesellschaft

Eigenkapital ist ein knappes Gut- speziell im Immobilienbereich, wo durch Basel II eine zunehmend strengere Kreditvergabe auf eine tendenziell geringe Eigenkapitalausstattung der Projektentwickler trifft. Hier hat sich in den letzten Jahren aus dem angelsächsischen Raum kommend eine Finanzierungsform etabliert, die anstatt internem EK (vom Initiator des Projekts) nun externes EK zu Immobilienprojekten beisteuert. Real Estate Private Equity (REPE) ist zwar die teuerste Form der Finanzierung, da die Investoren hohe Renditeanforderungen haben, es ist aber aufgrund objektbezogener Risiken oft der einzig mögliche Weg, ein Projekt zu realisieren.

Vor diesem Hintergrund wurde an der TU Darmstadt ein Forschungsprojekt aufgesetzt, welches das Ziel verfolgt, einen Marktüberblick zu geben und Anforderungsprofile sowie Erfolgsfaktoren der Beteiligten herauszuarbeiten.

Erste Ergebnisse der Auswertung einer empirischen Studie der Technischen Universität Darmstadt über das Spannungsfeld von Entwickler, Kreditinstitut und Private Equity-Gesellschaft bei der Finanzierung mit REPE zeigen, dass diese Form der Finanzierung in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. Es wurde deutlich, dass speziell im Innenverhältnis der Beteiligten Immobilienerfahrung und weiche Faktoren eine große Bedeutung haben. Aus einer Grundgesamtheit von 143 Unternehmen nahmen 53 an der schriftlichen Befragung teil (37 %), was einer sehr guten Beteiligungsquote entspricht.

Die Untersuchung hat aktuelle Bezüge und kann den verschiedenen Unternehmen als Hilfestellung in der Marktpositionierung dienen:

  • Viele Projektentwickler sind skeptisch in Bezug auf die neue Finanzierungsform, werden aber in den nächsten Jahren nicht umhin kommen, REPE bei eigenen Projekten einzusetzen.
  • Banken werden in Zukunft nicht ausschließlich an den eigentlichen Finanzierungskonditionen gemessen, sondern auch daran, wie hoch die geforderte FK- Quote für ein Projekt ist. Je höher, desto besser aus Sicht der Projektentwickler und Private Equity-Gesellschaften. Ein Vorteil aus Bankensicht kann sein, selbst EK beizusteuern, oder einen anderen externen Equity-Geber in der Hinterhand zu haben.
  • Für Private Equity-Gesellschaften selbst ist es wichtig, genug interessante Projekte zu finden. Dies kann über die Identifikation von Marktlücken oder die bessere Aufstellung des Unternehmens im Vergleich zur Konkurrenz erfolgen.

Gegenwärtig werden die Daten vom Autor weiter analysiert, um detaillierte Erfolgsfaktoren und -strategien herauszuarbeiten sowie Marktlücken zu identifizieren. Die ausführliche Studie wird voraussichtlich Anfang des Jahres 2006 erscheinen.

Das vollständige Arbeitspapier als PDF-Dokument finden Sie zum Download in der rechten Spalte.